TOP Ö 5: Musikinstrumentenbauschule Mittenwald;
Sachstandsbericht zur Sanierung des ehem. Forstamtes

Beschluss: Zur Kenntnis genommen

I.   Grund und Anlass der Behandlung

 

Seit der letzten Sitzung des Schulausschusses, in der ein Sachstand zur Musikinstrumentenbauschule vorgetragen wurde, hat sich viel getan. Wie Sie wissen, hatte der Landkreis im Frühjahr auch die über 100 Jahre alte Unterkonstruktion des Fußbodens im alten Forstamt untersuchen lassen, obwohl diese bei den Umbau- und Sanierungsarbeiten ab dem Jahr 2012 gar nicht angetastet worden war. Die untersuchten Holzproben zeigten, dass der Unterbau belastet ist. Deshalb hat sich der Landkreis dazu entschlossen, den gesamten belasteten Unterbau einschließlich des alten Parketts zu entfernen. Mehr dazu und zur weiteren Entwicklung trägt Ihnen Herr Kreisbaumeister Zenger vor.

 

 

II.  Sach- und Rechtslage

 

In den untersuchten Holzproben des Fußbodenaufbaues im Erdgeschoß, besonders in den alten, tragenden Holzbalken und der darüber liegenden Bretterschicht, hatten die Gutachter zum Teil deutlich erhöhte PAK-Werte (Poly­cyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe) festgestellt, welche die geruchlichen Auffälligkeiten erklären können. Es spricht vieles dafür, dass besonders die unteren, auf der Erde liegenden Tragbalken mit Teer bzw. Altöl imprägniert worden sind. In der damaligen Bauzeit um das Jahr 1910 sind solche Imprägnierungen z. B. auch für Telegraphenmasten oder Eisenbahnschwellen verwendet worden. Es bot sich deshalb an, die belastete Unterbaukonstruktion vollständig zu entfernen.

 

Im August dieses Jahres sind daraufhin die kompletten Holzfußböden im Erdgeschoss, die mit Holzschutz kontaminierten Hölzer im Unterbau und die Kiesschüttungen bis zu den Rohdecken ausgebaut und von einem zertifizierten Entsorgungsunternehmen fachgerecht entsorgt worden.

 

Verblieben sind nur noch einige alte Hölzer unter den Türschwellen sowie die in Randbereichen verbauten Teerpappen, die nur schwer ausgebaut werden können und deshalb fachgerecht abgedichtet werden müssen.

 

Zwischenzeitlich wurden auch Proben vom Rohboden (Beton und Ziegelgewölbe) entnommen und untersucht. Dabei wurde im Vergleich zu den vorhergehenden Untersuchungen des Bodenaufbaus ein nun deutlich geringerer PAK-Gehalt festgestellt. Die abschließenden Sanierungsmaßnahmen werden durch ein Büro für Umweltschutz begleitet und unterstützt. Auf Empfehlung des Büros wurde in der vorletzten Oktoberwoche vorsorglich eine weitere Raumluftmessung durchgeführt, um den aktuellen Stand der Raumluftqualität in den betroffenen Räumen festzustellen und daraus Rückschlüsse über einen etwa noch bestehenden Handlungsbedarf zu ziehen. Die Ergebnisse der Messung stehen noch aus.

 

Aufgrund der sensiblen Situation möchte der Landkreis Garmisch-Partenkirchen sicher gehen, dass tatsächlich alle belasteten Materialien entfernt sind oder noch kontaminierte Restbereiche (wie die Hölzer unter den Türschwellen) so abgedichtet werden, dass weitere Ausdünstungen oder Geruchsbelästigungen ausgeschlossen sind. Wir bitten daher um Verständnis, dass die weiteren Schritte nicht überstürzt durchgeführt, sondern zunächst intensiv mit Fachleuten beraten und mit der Schulleitung abgestimmt werden.